Häufige Fragen


Allgemeine Informationen

Was ist die Ökostrombörse?

Die Ökostrombörse Schweiz ist eine Plattform, auf der Produzenten von erneuerbarer Energie (EE) die Möglichkeit haben, den ökologischen Mehrwert aus ihrer Energieerzeugungsanlage (EEA)  in Form von Herkunftsnachweisen (HKN) anzubieten. Die Plattform bringt Stromproduzenten mit Stromabnehmern zusammen. Sie unterliegt nicht dem Börsenrecht. Stromabnehmer sind Energieversorger, welche mittels einer Ausschreibung ihre gesuchte Menge an HKN (Kontingent) publizieren. Sobald die Ausschreibung beginnt, haben die Produzenten die Möglichkeit, dem Energieversorgungsunternehmen ein Verkaufsangebot zu machen. Während der gesamten Ausschreibungsdauer kann das Verkaufsangebot beliebig nach unten angepasst werden. Nach Ausschreibungsende werden die günstigsten Anbieter, welche im Kontingent Platz haben berücksichtigt und erhalten vom ausschreibenden Energieversorger einen Vertrag zur Lieferung der HKN.

Was ist eine Ausschreibung?

Eine Ausschreibung ist ein Vergabeverfahren von Aufträgen im Wettbewerb. Der Bedarf an einem bestimmten Gut oder einer bestimmten Dienstleistung wird vom Ausschreiber veröffentlicht und Anbieter werden aufgefordert, bei Interesse ein Angebot zu unterbreiten. Eine Ausschreibung auf der Ökostrombörse Schweiz wird von Energieversorgungsunternehmen durchgeführt. Diese beschaffen sich mittels einer Ausschreibung den ökologischen Mehrwert aus erneuerbaren Energieerzeugungsanlagen. Dabei bestimmt das EVU die Ausschreibungskriterien wie Herkunftsort, Zertifizierung etc. Produzenten erneuerbarer Energie können bei Interesse ein Verkaufsangebot unterbreiten.

Wie kann ich mitbieten?

Zu Mitbieten müssen Sie zunächst eine Ausschreibung auswählen, an der Sie mitbieten möchten. Anschliessend klicken Sie bei der passenden Anlage auf "Jetzt mitbieten". 
Eine Übersicht über den gesamten Ablauf von der Registration bis zum Erfassen eines Gebots erhalten Sie unter Teilnahme an Ausschreibungen.

Ab welcher Leistung kann ich an der Ökostrombörse teilnehmen?

An der Ökostrombörse können Anlagen ab einer Leistung von 10 kW mitbieten.

Weshalb kann ich kein Gebot abgeben?

Jede Ausschreibung hat unterschiedliche Kriterien, die eine Anlage erfüllen muss, um daran teilzunehmen. Die Kriterien sind in der Ausschreibung aufgelistet. Erfüllt Ihre Anlage diese Anforderungen steht bei Ihrer Anlage "Jetzt mitbieten". Werden Kriterien nicht erfüllt, steht in der Tabelle Ihrer Anlage "Teilnahmemöglichkeit: Nein". Sie können mit dem Mauszeiger über Ihre Anlage fahren, dabei wird ein Text eingeblendet, der Ihnen beschreibt, weshalb Sie daran nicht teilnehmen können.
Kriterien:
• Qualität
• Status der Anlage
• Lastgang-Messung
• Standort (bei der Ausschreibung kann die Liste mit den zugelassenen PLZ eingeblendet werden)

Gibt es einen Maximalpreis?

Der höchste Preis für die Gebotsabgabe erscheint bei der Eingabe des Gebots. Ein Betrag, der höher ist, kann nicht abgespeichert werden. Wenn Sie zu diesem Höchstpreis nicht mitbieten wollen, beenden Sie die Transaktion.

Wie kann ich die Messpunktbezeichnung erfassen?

Unter "Mein Konto" klicken Sie bei der betreffenden Anlage auf "bearbeiten". Im Reiter "Allgemeine Daten"* muss der Status der Anlage auf "in Betrieb" stehen. Dann erfassen Sie die 33-stellige Messpunkt-Bezeichnung. Dies ist die Voraussetzung, damit die Herkunftsnachweise der swissgrid zu Ihrer Anlage zugeordnet werden können und Sie folglich Rechnungen ausdrucken können.

* Bei Anlagen ohne Gebot klicken Sie dazu unten rechts dreimal auf "Weiter".

Wo finde ich das Beglaubigungs-Formular der swissgrid? 

Das swissgrid-Formular zur Beglaubigung FO 08 41 02-1 können Sie hier herunterladen (-> rechts auf „Beglaubigte Anlagedaten Photovoltaik“ klicken). Bitte beachten Sie die Bedingungen zur Bestimmung des Auditors: Beglaubigung bis 30 kW durch Ihren Netzbetreiber, darüber durch einen unabhängigen Auditor.

Wofür brauche ich ein Anschlussgesuch und was  muss ich bei der Rubrik "Anschlussgesuch des Netzbetreibers" eintragen?

Eine sorgfältige Bewirtschaftung der Stromnetze setzt die genauen Kenntnisse über die angeschlossenen Installationen und Verbraucher voraus. Aus diesem Grund muss eine Produktionsanlage vor deren Anschluss an das Stromnetz geprüft werden. Dies erfolgt mit einem Anschlussgesuch, welches bei Ihrem lokalen Verteilnetzbetreiber (Energieversorger) bezogen werden kann.


Rund um's Thema Herkunftsnachweise (HKN)

Was sind Herkunftsnachweise?

Die meisten schweizerischen Energieversorger bieten ihren Kunden Strom aus erneuerbarer Energie (EE) an. Zur Deklaration der Herkunft dieses Stroms werden sogenannte Herkunftsnachweise (HKN) verwendet. HKN garantieren die Produktionsart für Strom aus erneuerbaren Energieträgern. Sie enthalten Angaben zur Energiequelle, aus der der Strom erzeugt wurde sowie zu Zeitpunkt und Ort. 

Bevor jedoch Herkunftsnachweise für eine Energieerzeugungsanlage (EEA) ausgestellt werden können, muss die Anlage im Herkunftsnachweissystem erfasst sein. Seit Ende November 2007 ist Swissgrid offiziell als Ausstellerin für diese Herkunftsnachweise akkreditiert.

Wie viele Herkunftsnachweise (HKN) kann ich verkaufen, wenn ich Eigenverbrauch mache und einen elektrischen Speicher betreibe?

Von der momentan produzierten Elektrizität geht der Eigenverbrauch (z.B. der Waschmaschine) und die in die Batterie abgespeicherte Energie weg. HKN werden für die überschüssige, ins Netz eingespeiste Energie ausgestellt. Die folgende Grafik veranschaulicht diesen Prozess:

 

Kann ich meine Herkunftsnachweise auch anbieten, wenn ich bei der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) anmeldet bin?

Ja, solange Ihre Anlage auf der Warteliste steht. Sobald Sie den positiven Bescheid haben, geht das nicht mehr.

In habe eine Einmalvergütung (EIV) für meine Anlage erhalten. Kann ich meine HKN dennoch anbieten?

Ja, für den ins Netz eingespeisten Strom (Überschuss) können Sie die HKN verkaufen.

In einer Ausschreibung werden Herkunftsnachweise aus der Vergangenheit gesucht (z.B. Ausschreibung vom 2. Mai sucht Herkunftsnachweise ab dem 1. Januar). Wie ist das möglich?

Die Herkunftsnachweise sind mindestens 1 Jahr gültig. Solange sie nicht schon an einen anderen Käufer verkauft wurden, steht einer Teilnahme an der Ausschreibung nichts im Weg.

Hier erhalten Sie nähere Informationen zur Gültigkeit von Herkunftsnachweisen.

Was kann ich tun, wenn ich auf dem Beglaubigungsformular das Kästchen "HKN" nicht angekreuzt habe, ich aber meine HKN gerne vermarkten möchte? 

Ein einfaches Mail an die Swissgrid (info@swissgrid.ch) mit Ihrer Bitte genügt. 


Verrechnung und Förderung

Was muss ich tun, damit mir die gelieferten HKN vergütet werden?

Die Rechnung für die gelieferten HKN steht in Ihrem Konto auf der Webseite der Ökostrombörse Schweiz unter http://www.oekostromboerse-schweiz.ch/de/accounts/invoices/ zur Verfügung. Drucken Sie die neuen Rechnungen aus und lassen sie dem Initiator der Ausschreibung zukommen. Voraussetzung für die Rechnungserstellung durch das System ist, dass die Ablesung durch den Netzbetreiber durchgeführt wurde sowie die Verarbeitung durch Swissgrid und der anschliessende Datentransfer an die Ökostrombörse Schweiz erfolgt sind. Üblicherweise dauert es nach Abschluss eines Quartals ca. 45 Tage bis die neuen Rechnungen bereit stehen.

Was muss ich tun, damit in der Adresszeile meines Vertrags bzw. meiner Rechnung der Firmenname aufgeführt wird?

Soll die Firma auf dem Vertrag und der Rechnung erscheinen, muss die Anrede in den Kontaktdaten entsprechend ausgewählt sein. Um die Anrede zu ändern, gehen Sie auf Ihre "Kontakte" unter "Mein Konto" indem Sie folgendem Link folgen: http://www.oekostromboerse-schweiz.ch/de/accounts/contacts/list/. Klicken Sie bei jenem Kontakt, bei welchem Sie die Firma ersichtlich machen wollen auf "bearbeiten". Wählen Sie nun bei der Anrede "Firma" aus und speichern Sie anschliessend Ihre Eingaben. 

Beim Rechnungsausdruck wird ein Rand abgeschnitten. Was kann ich tun?

Behelfen können sich die User durch einen Ausdruck mit der Druck-Option „Seite/Grösse Anpassen" bzw. "Übergrosse Seiten verkleinern“.

Kann ich an einer Ausschreibung teilnehmen, während meine Anlage noch in einem kantonalen Förderprogramm verpflichtet ist?

Prüfen Sie, ob das Förderprogramm eine Doppelförderung zu lässt. Sollte dies nicht der Fall sein, prüfen Sie bitte vor der Teilnahme an einer Ausschreibungen folgende Punkte:

Wenn die Lieferung der gesamten produzierten Menge gefordert ist (Volllieferung), muss geprüft werden, ab wann die Herkunftsnachweise spätestens an den Initiator der Ausschreibung geliefert werden müssen. Zu diesem Zeitpunkt muss die Sperrfrist des kantonalen Förderprogramms abgelaufen sein.

Bei einer Teillieferung ist die jährlich versprochene Liefermenge an Herkunftsnachweisen einzuhalten.

Wenn die Anlage zum Eigenverbrauch durch ein Förderprogramm gefördert wird und der Netzbetreiber für die Überschusseinspeisung einige Rp./kWh vergütet, kann man bei der Ökostrombörse Schweiz den ökologischen Mehrwert noch veräussern?

Eine Produktionsanlage speist einerseits elektrischen Strom in das Netz des jeweiligen Netzbetreibers ein. Der Netzbetreiber muss diesen Strom gemäss Gesetz mindestens zu marktüblichen Konditionen abnehmen.

Auf der anderen Seite betreibt swissgrid ein Nachweissystem für die Herkunft des Stroms. Über die Ökostrombörse Schweiz können die von swissgrid ausgestellten Herkunftsnachweise (HKN) verkauft werden. Klären Sie bitte mit Ihrem Netzbetreiber ab, was die Voraussetzungen für die Erstellung und den Verkauf der HKN sind.
Normalerweise wird die gesamte Produktion über die Ökostrombörse Schweiz abgenommen. Es gibt (noch) keine Möglichkeit, nur den Überschuss zu verkaufen. Dies wird sich voraussichtlich mit der anstehenden Anpassung des Energiegesetzes (EnG) ändern.

Bin ich als Verkäufer von HKN Mehrwertsteuer-pflichtig? 

Nein. Gemäss Brancheninfo der Eidgenössischen Steuerverwaltung sind Herkunftsnachweise von der MWSt befreit, wenn sie losgelöst vom Strom verkauft werden. Mehr Informationen erhalten Sie hier.