Messung der Energieerzeugungsanlage

Hintergrund

Alle Stromproduzenten haben das Recht, die erzeugte Elektrizität vor Ort selber zu verbrau-chen. Es gibt also keine Pflicht, den produzierten Strom ins Netz einzuspeisen. Das Recht auf Eigenverbrauch gilt für alle Anlagen, unabhängig von der Grösse, der verwendeten Technologie oder einer allfälligen Förderung. Im Unterschied dazu ist der Netzbetreiber hin-gegen verpflichtet, den produzierten bzw. eingespeisten Strom abzunehmen.

Anordnung der Zähler

Die technische Ausführung der Energiemessung ist abhängig von dem gewählten Abrechnungsmodus. Es kommen derzeit zwei Abrechnungsmodi in Frage:

1. Getrennte Abrechnung von Verbrauch und Nettoproduktion

2. Eigenverbrauch der selbst produzierten Energie am Ort der Produktion

Messart Nettoproduktion

Bei der Messart Nettoproduktion wird die Energieerzeugungsanlage (EEA) als eigenständige Anlage betrachtet und abgerechnet. Die gesamte produzierte Energie abzüglich des Eigenbedarfs der Anlage wird ins Netz eingespeist.

Messart Eigenverbrauchsmessung (Überschussmessung)

Bei der Messart Eigenverbrauchsmessung wird bei EEA ohne Lastgangmessung ein Zähler eingesetzt, der beide Energierichtungen berücksichtigt. Die Energierichtungen werden zeitgleich saldiert und entsprechend erfasst. Die Erzeugung und der Verbrauch werden unabhängig voneinander und mit unterschiedlichen Produkten abgerechnet.
Bei Anlagen mit einer Lastgangmessung (über 30 kVA Anschlussleistung) gilt die Erfassungspflicht der Herkunftsnachweise und deren Messung mit einer Nettoproduktionsmessung. Zur Abrechnung der Energie- und Netzkosten sowie zur Berechnung der handelbaren Herkunftsnachweise werden der Verbrauch und die Produktion zeitgleich saldiert. Dazu muss eine weitere Lastgangmessung für den Verbrauch installiert werden.

Einen Teil der Inhalte stammt aus der „Vollzugshilfe für die Umsetzung des Eigenverbrauchs „, BFE 2014.